WM 2026

Ex-VfB-Torjäger Nicolas Gonzalez: Als Super-Joker mit Argentinien im WM-Finale

Mit dem 2:1 gegen England hat sich Argentinien für das WM-Finale gegen Spanien qualifiziert. Mit dabei im argentinischen Team ist auch Nicolas Gonzalez. Der frühere Stürmer des VfB Stuttgart ist als Joker unersetzlich.

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Von Autor/in Kersten Eichhorn

Es ist schon sieben Jahre her, aber bei vielen Fans des VfB Stuttgart ist diese Szene bis heute schmerzlich haften geblieben: Es war am 27. Mai 2019, als die Schwaben im Relegationsrückspiel um den Bundesliga-Klassenerhalt bei Union Berlin durch ein Freistoßtor von Dennis Aogo in Führung gingen.

Allein: Der schöne, vermeintlich erlösende Treffer zählte nicht. Der Grund: Der VfB-Stürmer Nicolas Gonzalez hatte hinter der Berliner Freistoßmauer einen völlig falschen Laufweg eingeschlagen und stand ärgerlicherweise im Abseits. Das Ende vom Lied: Stuttgart kam in Berlin nicht über ein 0:0 hinaus und stieg nach dem 2:2 im Hinspiel aus der Bundesliga ab. Die Fehlstellung des jungen Argentiniers wurde tage- und wochenlang diskutiert...

Über Florenz und Turin bei Atletico Madrid

Allein, die Erinnerungen an Nicolas Gonzalez im VfB-Trikot einzig auf den Fauxpas in der "Alten Försterei" zu reduzieren, wird im Nachhinein den damaligen Leistungen des Angreifers überhaupt nicht gerecht. Im Sommer 2018 hatte der damalige VfB-Sportchef Michael Reschke den 20-Jährigen für immerhin 8,5 Millionen Euro von den Argentino Juniors aus Buenos Aires verpflichtet. Es sollte sich lohnen.

Drei Jahre später, nach 77 Spielen und 23 Toren für die Stuttgarter, wurde der dribbelstarke und draufgängerische Außenstürmer an den italienischen Klub AC Florenz weiterverkauft. Für 23 Millionen Euro! Über Juventus Turin landete Gonzalez im letzten Sommer auf Leihbasis bei Atletico Madrid. Dort, mit sechs Argentiniern im Kader und dem argentinischen Kulttrainer Diego Simeone an der Seitenlinie, fühlt sich Gonzalez pudelwohl.

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Argentiniens Super-Joker Nicolas Gonzalez

Der Wohlfühlfaktor - der gilt für Nicolas Gonzalez vor allem auch, sobald er sich das hellblau-gestreifte Jersey von Argentinien überstreift. Am Mittwochabend, im WM-Halbfinale gegen England, tat er das bereits zum 57. Mal. Gonzales ist im Nationalteam bei Trainer Lionel Scaloni vor allem als idealer Joker gefragt. In allen vier K.o.-Spielen der Argentinier gegen Kap Verde, Ägypten, die Schweiz und eben gegen die Engländer kam der inzwischen 28-Jährige frühestens nach einer Stunde in die Partie, und viermal drehten die Südamerikaner am Ende doch noch das Geschehen auf ihre Seite. Der frühere Stuttgarter, gegen England nach 64 Minuten beim Spielstand von 0:1 eingewechselt, brachte erneut unglaubliche Energie ins Spiel, beackerte unermüdlich die linke Seite, strahlte mit mehreren Kopfbällen immense Torgefahr aus, setzte die englische Verteidigung unter Druck.

Gonzalez - eine Art "Jetzt-geht's-los" der argentinischen Offensive bei dieser Weltmeisterschaft: Mit Nicolas Gonzalez und dem zweiten Super-Joker Lautaro Martinez schossen sich die Argentinier durch die Tore von Fernandez (85. Minute) und Martinez (90.+2) doch noch ins Finale am Sonntag (21 Uhr) gegen Spanien.

WM-Titel vor vier Jahren verpasst

Jetzt steht dieser Nicolas Gonzalez, der einstige Stürmer des VfB Stuttgart, also im WM-Endspiel - mit seinem großen Vorbild Lionel Messi. Ein absolutes Highlight in der wechselvollen Karriere des Angreifers, nachdem er vor vier Jahren die WM in Katar und damit auch den argentinischen Titelgewinn verletzungsbedingt noch verpasst hatte.

Der Fauxpas von Berlin, der Abstieg 2019 mit dem VfB, das gehört zwar auch zu seiner Vita, immerhin aber sorgte Nicolas Gonzalez damals mit 15 Treffern in der Zweiten Liga mitverantwortlich dafür, dass die Schwaben schon nach einem Jahr den vielumjubelten Wiederaufstieg in die Bundesliga schafften. Auch das ist unvergessen.

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Autor/in
Kersten Eichhorn