Leichtathletik

Judith Mokobe: "Europameisterschaft stand nicht in meinem Trainingsplan"

Judith Mokobe aus Mainz zählt zu Deutschlands größten Sprint-Talenten. In Birmingham wurde ihr Traum wahr: Ihre erste EM-Teilnahme führte sie auf die große internationale Bühne.

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Von Autor/in Amelie Ruhr, Henry Nischan

"Die EM war überhaupt nicht in meinem Trainingsplan. Das Wichtigste für mich war, nach der College-Saison gesund zurückzukommen und irgendwie bin ich hier gelandet", erzählt Judith Mokobe. Am Ende erfüllte sich die 19-Jährige aus Mainz mit der EM-Teilnahme einen Traum. Für die jüngste Athletin im deutschen Team handelte es sich um den ersten Auftritt bei einer Europameisterschaft der Erwachsenen.

Zwischen USA, Training und Sehnsucht: Judith Mokobes Reise zum Erfolg | SWR Sport

Bereits im letzten Sommer sicherte Mokobe sich bei den U20-Europameisterschaften ihren ersten internationalen Erfolg. Im finnischen Tampere gewann sie im Finale nach einem engen Rennen die Goldmedaille über 200 Meter. "Ich wusste auf jeden Fall, dass es schon möglich ist, da einen Titel zu holen", verriet die Athletin im Gespräch mit SWR Sport. Ein Jahr später folgte ihr bisher größter Erfolg. Mokobe lief das Rennen ihres Lebens und sicherte sich den nächsten Titel: Deutsche Meisterin.

Eine Erfahrung fürs Leben

Bei der EM in Birmingham erreichte sie im 200-Meter-Sprint das Halbfinale. Auch wenn es für Mokobe nicht bis ins Finale ging, überwog bei der 19-Jährigen die Freude über die Erfahrung auf der großen internationalen Bühne. "Das ist eine Experience, für die ich sehr, sehr dankbar bin", so Mokobe.

Harte Beziehungs-Probe

Neben Ehrgeiz und Schnelligkeit bringt Judith Mokobe vor allem eins mit: Den richtigen Support. Ihre Mutter und ihr Bruder begleiteten die Athletin nach Birmingham. Besonders zu ihrer Mama Berly pflegt sie eine enge Beziehung. Diese wurde allerdings durch ihren Umzug in die USA auf eine harte Probe gestellt. Seit vergangenem Sommer studiert und trainiert Mokobe an der University of Alabama.

Trotz der Veränderung spürt die Sprinterin auch auf einem anderen Kontinent die Unterstützung ihrer Familie. "Ich wusste schon immer, dass ich in den USA noch mehr aus mir herausholen kann", begründet sie ihre Entscheidung.

Mehr als Einzelsport

Einen wichtigen Beitrag zu ihrem Erfolg leistet auch Mokobes Trainingsgruppe beim USC Mainz: "Ein Team brauchst du, auch wenn Leichtathletik immer wie ein Allein-Sport aussieht. Aber eigentlich sind so viele Menschen um dich herum, die mitbestimmen, wie gut eine Saison laufen kann."

Neben dem Team gibt ihr auch der Glaube an Gott ein Fundament, das sie darin bestärkt, weiter für ihre Träume zu arbeiten. Der nächste große Traum: die Olympischen Spiele 2028. Den möchte sich Mokobe unbedingt erfüllen. "Dabei sein ist alles, Gewinnen ist noch besser", sagt sie selbstbewusst.

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Amelie Ruhr
Henry Nischan