Für viele Erwachsene gehören Gummitwist in der Hofpause und Kicken bis zum Abend zur eigenen Kindheit dazu. Heute sieht der Alltag vieler Kinder oft anders aus. Viele bewegen sich einfach zu wenig.
Die Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums lautete 2022: Kindergartenkinder sollen sich mindestens 180 Minuten, Schulkinder und Jugendliche mindestens 60 bis 90 Minuten täglich bewegen. Doch in der Realität sieht das oft so aus.
Je älter Kinder werden, desto weniger Bewegung gehört oft zum Alltag. Die Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) zeigt: Während noch 46 Prozent der Vier- bis Fünfjährigen die Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation erfüllen, sind es bei den 11- bis 17-Jährigen nur noch 15 Prozent.
Viele Orte für spontane Bewegung verschwinden
Gleichzeitig fehlt es an Orten, an denen Kinder spontan spielen oder Sport machen können. Auf der Karte der ARD-Mitmachaktion #unsereKinder berichten Nutzer*innen genau davon: „Keine öffentlichen Fußballplätze!“, schreibt ein User aus Bremen.
Auch Felix Neureuther verbindet Bewegung vor allem mit spontanen Treffen draußen.
„Da war halt ein wunderbarer Fußballplatz, wo wir immer Fußball gespielt haben“, erzählt Neureuther. Eigentlich sei das verboten gewesen: „Da war ein Schild davor gestanden: ‚Unbefugte keinen Zutritt‘.“ Trotzdem seien sie über den Zaun geklettert, um gemeinsam Fußball zu spielen.
Bewegung stärkt Körper und mentale Gesundheit
Die Anekdote zeigt, Sport kann auch ein gemeinsames Abenteuer sein, das man sein Leben lang nicht vergisst. Ganz zu schweigen von den vielen Vorteilen für die Gesundheit. Bewegung wirke außerdem präventiv gegen psychische Belastungen, heißt es in der derzeit laufenden Kampagne „Jahr der Schule“ des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Vor allem Mannschaftssport stärke soziale Kompetenzen, Fairness und Gemeinschaftssinn.
Mit dem Projekt „Jahr der Schule“ wollen der DFB und seine Landesverbände Bewegung und Sport an Schulen stärken. Hintergrund ist auch der bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder ab dem Schuljahr 2026/27. Schulen stehen damit vor der Herausforderung, mehr Bewegungs- und Sportangebote in den Alltag zu integrieren.
Mädchen treiben oft deutlich weniger Sport
Ein Schwerpunkt der DFB-Kampagne liegt auf Mädchen im Sport. Denn gerade Mädchen machen laut Bundesgesundheitsministerium insgesamt weniger Sport: „Das Bewegungsverhalten von Mädchen liegt in allen Altersgruppen unter dem Aktivitätsniveau der Jungen.“ Vielleicht mangelt es auch - immer noch - an sportlichen Angeboten für Mädchen?
Eine #unsereKinder-Nutzerin aus Admannshagen-Bargeshagen in Mecklenburg-Vorpommern schreibt: „Es gibt nur Fußball für die Jungs. Es gibt keinen Freizeitsport nach der Schule in Rethwisch für die Mädchen.“
Zum DFB-Projekt „Jahr der Schule“ gehören deshalb auch Mädchenfußball-AGs, beispielsweise in Sachsen. Außerdem sind Straßenfußball-Turniere in Nordrhein-Westfalen, Bewegungsprogramme für Grundschulen in Württemberg oder Fußballangebote für Kitas und Schulen in Schleswig-Holstein geplant.
ARD-Mitmachaktion #unsereKinder sucht Bewegungsorte
Um kindgerechte Orte und Aktionen geht es auch bei #unsereKinder. Die ARD-Mitmachaktion sammelt Erfahrungen aus ganz Deutschland:
- Wo gibt es kinderfreundliche Orte?
- Wo fehlen Bewegungsräume?
- Welche Schulhöfe, Vereine oder Plätze funktionieren gut?
- Und wo fühlen sich Kinder ausgeschlossen?
Wo sind Kinder willkommen?
Kennst du einen Ort, an dem Kinder spielen, toben und einfach Kind sein können? Setz deinen Pin auf der ARD-Karte!
Gesucht werden dabei nicht nur Probleme, sondern auch Lösungen: Schulen, Vereine, Elterninitiativen oder Kommunen, die neue Bewegungsräume für Kinder schaffen.
Macht mit bei #unsereKinder und zeigt uns, wo Kinder in Deutschland noch Platz haben.