Wie sahen in diesem Jahr die ersten Daten aus?
Sehr frühe geöffnete Apfelblüten wurden beispielsweise aus Moers, Monheim am Rhein und Bonn gemeldet. Vom Oberrhein kamen erste Meldungen etwa aus Denzlingen bei Freiburg und Karlsruhe.
Ein Baum in Waldkirch-Buchholz am Rand des Südschwarzwalds hat seine Blüten sogar bereits am 19. März geöffnet. Das war der erste Fall in der seit 21 Jahren laufenden Apfelblütenaktion, dass ein Apfelbaum noch im kalendarischen Winter zu blühen begonnen hat.
Diese ersten Meldungen bezogen sich aber noch auf sehr seltene Einzelfälle. Eine erste „Apfelblütenwelle“ schwappte dann ab 8. April durch das Rheintal. Dieser erste Blühschub ereignete sich damit knapp eine Woche später als im Vorjahr. Unsere Grafik zeigt wie sich der Zeitpunkt des Auftretens der ersten Apfelblütenwelle in den vergangenen Jahren verändert hat.
Die bislang gemeldeten Apfelbäume sind auf unserer Landkarte eingezeichnet.
Das Rheintal mit seinem günstigem Mikroklima ist der klassische Startpunkt für die Apfelblüte in Deutschland. Bald nach dem Start im Rheintal breitet sich die Apfelblüte in andere Wärmegunstgebiete aus, die auf unserer Mittelwertkarte aus 20 Jahren Apfelblütenaktion gut zu erkennen sind.
Wie hat sich der Blühverlauf in Deutschland weiter entwickelt?
Vor allem im Westen und Süden war das Aprilwetter zum großen Teil sonnig und mild. Die Apfelblüte hat sich entsprechend schnell weiter ausgebreitet - zunächst vor allem in den Seitentälern des Rheins und dem Münsterland. Erste Blüten wurden dann aber auch in Städten und Ballungsräumen gefunden, die im kühleren Umland wie Wärmeinseln wirken - etwa in Bremen, Hannover, München oder auch in Berlin. Bis Ende April war die Apfelblüte auch hoch in die Berge geklettert. Blühende Apfelbäume waren nun im Süden oberhalb von 700 Metern zu finden. Ebenfalls Ende April wurden erstmals blühende Bäume aus dem äußersten Nordosten Deutschlands gemeldet.
Inzwischen sind die Apfelbäume in Deutschland verblüht. Die Ausnahme: ein 120 Jahre alter Baum der sehr spät blühenden Sorte Taffet. Er steht in Nagold-Gündringen und hat erst am 17. Mai seine Blüten geöffnet.
Was kann man aus den Daten der letzten 21 Jahre ablesen?
Im langjährigen Vergleich ist auch dieses Frühjahr wieder ein recht frühes Apfelblütenjahr. Seit 2006 sammelt die ARD Wissenschaftsredaktion Meldungen zum Beginn der Apfelblüte. Insgesamt hat sich das mittlere Blühdatum seitdem um 12 Tage nach vorne geschoben. Details dazu stehen auf unserer Ergebnisseite.
Wer melden möchte: Wie funktioniert das genau?
Wenn Sie selbst Apfelbäume in Ihrer Nähe beobachten, können Sie das Aufblühen Ihres Baums mit Hilfe unseres Formulars melden. Ihre Daten helfen dabei, einen noch besseren Überblick über das Voranschreiten der Apfelblüte in Deutschland zu erhalten und Vergleiche mit den Vorjahren zu ziehen.
Gibt´s dieses Jahr auch wieder besondere Meldungen?
Apfelbäume sind weit verbreitet. Gerade das macht sie auch zu einem besonders guten Messinstrument für Klimaveränderungen. Wir erhalten auch jedes Jahr Meldungen aus anderen Ländern. In diesem Jahr erreichten uns bereits mehrere Apfelblütenfotos aus Frankreich – und eine Meldung kam sogar aus der georgischen Hauptstadt Tiblisi. Ende April wurde ein erster blühender Baum aus dem Süden Dänemarks gemeldet. Am Wochenende des 9./10. Mai wurden die ersten geöffneten Apfelblüten am Langfjord in Norwegen beobachtet und an uns gemeldet. Am 23. Mai erreichte uns die Meldung von der Vollblüte eines Waldapfelbaums an der Ostseeküste im Südosten Schwedens.
Im Mai kommen ja häufig noch die Eisheiligen – können die den blühenden Apfelbäumen gefährlich werden?
Die Apfelbäume blühen nach und nach früher. Das zeigen unsere Daten. Die Frage ist: Ziehen sich auch die Spätfröste in gleichem Maß in die früheren Kalenderwochen zurück? Oder wird es auch weiterhin Spätfröste noch bis in den Mai hinein geben? In dem Fall würde die Gefahr für die blühenden Bäume steigen. Ziehen sich die Spätfröste im gleichen Maße zurück wie die Apfelbäume früher blühen, dann ändert sich an der Gefahrenlage nichts. Welcher der beiden Fälle eintritt, darauf hat die Forschung noch keine klare Antwort.