Seit über 25 Jahren ist Nicole nun schon Försterin, und schon immer hat sie einen Hund an ihrer Seite. Schon ihr Vater ist Förster. Er nimmt die junge Nicole oft mit in den Wald und später auch zur Jagd. „Mein Vater hatte auch immer schon Jagdhunde, und ich bin damals sehr viel als Treiberin mitgegangen. Weil mir das Gefallen hat, die Arbeit mit dem Hund. Und als ich als Försterin mein erstes Revier hatte, wollte ich unbedingt so schnell wie möglich einen Hund.“
Ich hatte ja früher auch schon Hunde. Wobei ich so eine enge Beziehung wie jetzt zu Cäthe noch mit keinem Hund hatte.
Seitdem ist Nicole nicht mehr ohne Hund, und seit 2018 ist Cäthe an ihrer Seite. Die steirische Rauhaarbracke ist nach Nicoles Lieblingsgroßtante benannt, die bereits verstorben ist. „Meine Großtante hatte die Haare immer ganz schön und gepflegt. Ich weiß nicht, ob sie das so gut finden würde“, erzählt Nicole und schaut zu ihrem strubbeligen Hund, der auf dem Boden liegt und Nicole beim Erzählen zusieht. „Die Sturmfrisur haben wir die gleiche“, lacht Nicole.
Vielseitiges Aufgabengebiet
Als Försterin ist Nicole die meiste Zeit im Wald: Bäume nach Käfern absuchen, Holz zum Verkauf vorbereiten, Privatwaldbesitzer beraten, oft auch neue Bäume pflanzen mit Kindern im Rahmen ihrer Waldpädagogik-Projekte. Doch wenn sie keine Termine hat, ist sie die meiste Zeit allein – und freut sich, wenn dann Cäthe dabei ist. Cäthe ist jedoch nicht nur Begleiterin, sondern wird richtig bei der Arbeit eingesetzt: Neben der Nachsuche nach krankem oder angeschossenem Rehwild ist Cäthe als Kadaver-Suchhund ausgebildet: „In Hessen ist ja die afrikanische Schweinepest, seit letztem Jahr grassiert sie dort. Und da waren wir bis dieses Jahr im April immer wieder dort beim Kadaversuchen. Aber die Hauptaufgabe, die ich mit ihr mache, ist die Rettungshundearbeit“, erzählt Nicole über Cäthes Aufgaben.
Geprüftes Rettungshundeteam nach vielen Herausforderungen
Seit 2019 sind Nicole und Cäthe ehrenamtlich bei der Rettungshundestaffel in Reutlingen tätig. „Die Ausbildung dauert da zwei bis drei Jahre, und inzwischen sind wir ein geprüftes Rettungshundeteam“, erzählt Nicole über ihr Engagement. Zweimal pro Woche trifft sich die Gruppe zum Training im Wald. Über Cäthes Ausbildung erzählt Nicole: „Bei ihr war die große Herausforderung, eine Jagdhunderasse als Rettungshund auszubilden. Weil sie ja eigentlich so gezüchtet wurde, um Wild hinterherzurennen – und das soll sie im Einsatz nicht machen. Das war jahrelange Arbeit und ich bin stolz, dass wir das geschafft haben, dass sie jetzt auch wirklich zuverlässig sucht. Und selbst, wenn sie mal kurz einem Reh hinterhergeht, gleich wiederkommt und weiterarbeitet.“
Ich glaube, sie hat auch echt Spaß an der Arbeit, und das habe ich auch.
Cäthe begleitet Nicole jedoch nicht nur bei der Arbeit, sondern auch durch die Höhen und Tiefen des Lebens. „Hunde verstehen die Menschen wesentlich besser, als wir denken. Sie spüren ganz extrem, ob es einem gut geht oder nicht. Und wenn ich mich freue, freut sie sich mit. Cäthe kriegt alles ab: das Schöne, und das weniger Schöne“, beschreibt Nicole die Bindung zwischen ihr und Cäthe. „Sie ist einfach ein Charakterhund und ich denke, so einen Hund hat man im Leben nicht oft. “
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