Traumatisch erlebte Geburt: Jenny (29) hatte eine Uterusruptur mit gleichzeitiger Plazentaablösung

Jenny aus Stuttgart hatte bei der Geburt ihrer zweiten Tochter eine Uterusruptur: Ihre Gebärmutter ist gerissen. Sie berichtet über die Geburt und warum sie das Leben heute feiert.

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Stand

Von Autor/in Jessica Sinn, Corinna Jähn, Aline Krönung

Ich will bewusst leben, ich will diese zweite Chance nicht rausschmeißen: Es muss für irgendwas gut gewesen sein. 

Vorfreude auf die Geburt ihrer zweiten Tochter 

3,5 Jahre nach der Geburt ihrer ersten Tochter Ella per Kaiserschnitt wird Jenny erneut schwanger: „Es hat sich alles richtig angefühlt und ich habe mich sehr auf Lea gefreut. Ich war einfach überglücklich”, erzählt sie.

Als sich die alte Kaiserschnittnaht komisch anfühlt, geht sie ins Krankenhaus: „Das war so eine ganz kleine Stelle, die ein bisschen dünner aussah als der Rest.” Da die Naht aber gut verheilt ist, bekommt Jenny Entwarnung. Trotzdem entschließt sie sich dazu, im Krankenhaus zu entbinden. Am 23. Juli 2025 ist es dann so weit: „Ungefähr zwölf Stunden lag ich in den Wehen, da hatte ich eine PDA gelegt bekommen. Ab dem Zeitpunkt war die Geburt eigentlich total traumhaft. Ich hatte einen dumpfen Schmerz, aber ein richtig gutes Gefühl.” 

Plötzliche Komplikationen bei der Geburt 

Bei den Presswehen spürt Jenny auf einmal einen starken Schmerz im Bauchbereich: „Ich gucke an mir runter und mein Bauch sah wie ein ganz komischer Luftballon aus.” 

Ich habe nur gesehen: Meine Frau hat Schmerzen trotz der Schmerzmittel. Ich habe dann einfach versucht, für sie da zu sein. Ich habe ihre Hand gehalten und habe versucht, sie ein bisschen zu tragen. 

Ab diesem Zeitpunkt wird der Raum immer voller: „Auf einmal kam noch eine Assistenzärztin und noch eine Hebamme. Meine Hebamme hat noch ein bisschen gelächelt, aber ihre Augen haben schon gesagt, dass was nicht stimmt.” Daraufhin wird Jenny direkt notoperiert werden: „Ich weiß noch, wie schnell wir gerannt sind. Ich habe die Bewegung vom Bett gespürt, wie schnell wir um die Kurve gefahren sind. Wir sind dann in einem Raum angekommen. Relativ schnell wurde mir dann eine Flüssigkeit über den Bauch gekippt. Nachträglich wurde mir gesagt, dass das einfach eine Desinfektion war.” 

Trennung von Mutter und Kind nach der Geburt 

Als Jenny nach der OP aufwacht, ist ihre Tochter nicht bei ihr. Ehemann Sascha erklärt ihr, was passiert ist: „Du hattest eine Uterusruptur und einen Notkaiserschnitt.” Lea wird in der Zeit ärztlich betreut: „Ich habe nur gesehen, dass meine Tochter da liegt. Sie musste zusätzlich beatmet werden und es wurden Zugänge gemacht”, erinnert sich Sascha. Nach einigen Stunden darf Jenny dann zu Lea: „Ich habe dann ihre Füße festgehalten und La-Le-Lu für sie gesungen.”

Nach 10 Tagen kann Lea das Krankenhaus verlassen. „Es wurde ein MRT durchgeführt: Ihre Hirnaktivität war normal. Es hat sich alles gut entwickelt. Ich bin mega erleichtert. Sie lacht aus vollem Herzen und ist ein absoluter Sonnenschein.” Auch Jenny heilt: „Wenn man nah dran am Tod gewesen ist, realisiert man, dass das Leben nicht selbstverständlich ist. Diese unglaubliche Nähe am Tod zu realisieren, hat mich dazu bewogen zu sagen: Ich will feiern, dass ich lebe.”

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Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Jessica Sinn
Portrait Jessica Sinn
Corinna Jähn
Porträt Corinna Jähn.
Aline Krönung