Wenn das mein Vater sehen könnte, wie der sich freuen täte.
Inge wächst in der Nachkriegszeit auf
Inge wächst in ihrer Kindheit in der Nachkriegszeit in Armut auf: Bei dem Fliegerangriff 1945 auf Pforzheim wird das Haus der Familie von einer Bombe getroffen, woraufhin die damals sechsköpfige Familie im Heimatdorf ihrer Mutter eine neue Wohnung beziehen muss.
Wir haben nie genug Löffel gehabt. Und dann haben wir halt warten müssen, bis einer fertig war mit dem Essen. Inge, 79, erzählt aus ihrer Kindheit
Inges Mutter arbeitet von früh bis spät, der Vater kann wegen einer Kriegsverletzung nicht mehr arbeiten und verstirbt früh. „Dann ging es uns erst recht schlecht“, erinnert sich Inge. Im Wald suchen sie und ihre Schwester Heidelbeeren und Pilze und verkaufen diese, um mit dem Geld Winterschuhe kaufen zu können.
Als Erwachsene erfüllt sich Inge ihren Kindheitswunsch
„Ich habe immer gesagt, früher schon: Wenn ich mal groß bin, möchte ich immer Äpfel daheim haben. Äpfel, Brot und Schokolade. Und ich möchte immer meine Sachen teilen und den anderen geben, die nichts haben.“ Inge hat ihren Vorsatz wahr gemacht und hilft heute, wo sie kann: „Seit ich in Rente bin, und auch schon früher, stricke ich für die Obdachlosenhilfe in Stuttgart. Schals und so, Socken, Mützen.“
Besonderes Engagement für die Kinderklinik in Tübingen
Neben dem Stricken schlägt Inges Herz zusätzlich für die Tübinger Kinderklinik. Mittlerweile hat sie schon mehrere Tausend Euro an Spenden gesammelt: Aus Silberbesteck fertigt Inge zusammen mit Helfenden Schmuck an, den sie verkauft. Das Silberbesteck wird dabei von Menschen gespendet, die ihres nicht mehr brauchen. „Das sind immer so nette Gespräche, wenn sie gegangen sind und mal Danke gesagt haben, weil sie ihr Besteck jetzt loskriegen und es für einen guten Zweck ist“, erzählt Inge von ihren Begegnungen.
Wenn der Schmuck fertig ist, schickt Inge ihn mit einer leeren Spardose an Bekannte, die ihn für sie verkaufen. „Und mit dem vollen Sparkässle gehe ich auf die Bank und lass es aufschließen und einzahlen“, erzählt Inge. „Das ist für mich so wichtig für die Kinder. Und auch für ältere Leute bleibt was übrig oder halt einfach für die Ärmsten. Weil das hat mich als Kind geprägt, wie du behandelt wirst, wenn du nichts hast, von den Leuten, die viel haben.“
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