Kirche wird zum Friseursalon

Teilen

Stand

Von Autor/in Luisa Timmermann

Man macht was mit seinen Händen. Wenn man was gibt, weiß man nicht, ob was ankommt, aber ich weiß direkt: Es kommt an.

Kostenlose Haarschnitte in der Kirche

In der Alexanderskirche in Zweibrücken schneidet Anke zusammen mit anderen Ehrenamtlichen der ‚Barber Angels‘ die Haare von Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht zu einem Friseur gehen können. Martina (Name von der Redaktion geändert) war das letzte Mal vor drei Jahren beim Friseur. Ihre Haare sind verfilzt und können nur schwer durchgekämmt werden. "Sie nimmt nur Duschgel als Shampoo und sie weiß nicht, ob es wirklich zum Duschen ist. Das ist halt schon schlimm. Sie müsste jemanden haben, der sich ein bisschen um sie kümmert“, erklärt Anke. Martina ist blind, kann sich aber die Hilfe einer Pflegekraft nicht leisten.

Teilnehmende wie Martina sind beim Haareschneiden der Barber Angels keine Seltenheit. „Dabei geht es oft um mehr als nur eine Dienstleistung“, erklärt Anke.

Viele wollen einfach erzählen und ein bisschen Mut zugesprochen bekommen.

Zeit, Freude und Selbstbewusstsein schenken

Anke und viele andere Ehrenamtliche haben einen eigenen Friseursalon, trotzdem engagieren sie sich zusätzlich an ihren freien Tagen, oft mehrmals im Monat. Die Lederoutfits, die normalerweise beim Motorrad fahren getragen werden, sind Teil der Ausrüstung. Teilnehmende können dadurch schnell Vertrauen zu den Barber Angels fassen und haben gleichzeitig Respekt. Motorradfahren sie jedoch nicht.

Auch wenn die Veranstaltungen kostenlos sind, möchten die „Barber Angels“ die Teilnehmenden wie Gäste behandeln, sie wertschätzen und dazu einladen, sich bei ihnen auf den Friseurstuhl zu setzen. Anke gibt das viel zurück: „Dass sie glücklich herausgehen, das ist eigentlich das Schöne. Wenn sie dich umarmen und sagen: ‚Jetzt habe ich endlich wieder schöne Haare an meinem Geburtstag oder an Weihnachten.‘” Das ist der Friseurin mehr wert als jede Bezahlung.

Kempenich
Dagmar, Metzgermeistern aus Kempenich steht in ihrer Metzgerei

Kommt das Energie-Hilfspaket rechtzeitig?

Die Bundesregierung hat ein neues Hilfspaket beschlossen. Aber die Handwerksbetriebe haben lange auf Hilfen gewartet. In der Metzgerei von Dagmar ist die Energiekrise schon längst angekommen.

Prüm
Eine alte Dame in weißem Pullover schaut einem kleinen Jungen zu, wie er kichernd auf seinem Stuhl sitzt.

Kita-Kinder besuchen Seniorinnen und Senioren der Tagespflege

Einmal im Monat besucht die Kindertagesstätte in Prüm die Tagespflege im gleichen Ort. Zusammen wird gemalt, gebastelt, gesungen und gelacht.

Mainz
Ein Mann mittleren Alters blickt in die Kamera. Er trägt einen Bart, kurze, zurückgegelte Haare und eine weiße Strickjacke.

Zufallsbegegnung: Christoph ist Sinto aus Mainz

Christoph hat als Sinti immer wieder Diskriminierungserfahrungen machen müssen. Dennoch glaubt er an ein harmonisches Zusammenleben.

Bad Urach
Uli und Gabi sind seit 60 Jahren verheiratet. Das Paar steht bei sich zu Hause und küsst sich. Im Hintergrund stehen zwei Lampen und ein Bücherregal.

Antrag nach 3 Monaten, heute 60 Jahre Ehe: Ulis und Gabis Geheimnis für eine lange Ehe

Uli und Gabi sind heute 60 Jahre verheiratet. Drei Monate, nachdem sie sich kennengelernt haben, macht Uli seiner Gabi einen Heiratsantrag. Sie erzählen, wie alles begann.

Stuttgart
Nadine ist eine Mama mit Kleinwuchs. Gemeinsam mit einem ihrer Söhne ist sie draußen unterwegs und schiebt ihn auf einem Dreirad vor sich her.

„Kann es nicht einmal einfach sein?“ Wie Nadine als Mama mit Kleinwuchs mit den Vorurteilen und Schicksalsschlägen umgeht

Nadine ist Mama von zwei Söhnen. Doch ihr Familienglück wird immer wieder auf die Probe gestellt: Nach mehreren Schicksalsschlägen zerbricht zum Schluss auch ihre Ehe.

Amivi schaut mit neutralem Gesichtsausdruck in die Kamera. Im Hintergrund sind unscharf die Weinberge zu sehen.

„Ich fühlte mich von Satan verfolgt.” So geht Amivi mit ihrer paranoiden Schizophrenie um

Amivi (34) aus Großbottwar lebt mit paranoider Schizophrenie. Sie erzählt, wie ihre erste Psychose entstanden ist, wie sie damit umgeht und warum ihr Sport heute wieder guttut.