Işo hat seine leibliche Mutter nach über 40 Jahren gefunden

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Von Autor/in Michèle Kraft, Sophia Sibirski

Gott sei Dank, konnte ich meine Mama einmal im Leben sehen. Das war Glück, weil ein paar Monate später ist sie gestorben.

Seit er ein Baby ist, wächst Işo bei der Pflegefamilie Straßer auf. Işos Pflegeeltern sind immer für ihn da und behandeln ihn wie ihr eigenes Kind: „Mein Vater hat mir von klein auf Gartenarbeit beigebracht, hat mich auf die Baustellen mitgenommen und hat mir die Schule und die Ausbildung bei Opel in Kaiserslautern ermöglicht.“

Vor über 20 Jahren wird Işo abhängig von Drogen und Alkohol. „In der Zeit, wo ich angefangen habe den schlechten Weg zu gehen, haben die trotzdem immer zu mir gestanden und mich aufgebaut. Bis heute“. Seit 15 Jahren arbeitet Işo in der inklusiven Kfz-Werkstatt des Diakoniewerks Zoar in Rockenhausen. Sein Meister Hekim wurde zu einer wichtigen Bezugsperson in seinem Leben und half ihm, aus seiner Sucht herauszukommen. „Wir sind alle wie eine Familie, wir kennen uns schon lange. Die Arbeit ist für mich jeden Tag wichtig, damit ich was zu tun habe.“

Işos größter Wunsch

Einen Wunsch aber hatte Işo schon sehr lange: Einmal wollte er seine leibliche Mutter kennenlernen. Diese ging damals zurück in die Türkei, sein leiblicher Vater zog nach Schweden. Hekim wollte Işo bei dieser Aufgabe helfen und organisierte eine Reise für das ganze Team der Werkstatt nach Antalya. Vor Ort machte er sich auf die Suche und konnte zum Glück Işos Mutter und Halbbruder ausfindig machen: „Er kam ins Hotel rein und hat auch schon gegrinst und gesagt: ‚Ich habe deine Mutter gefunden. Wir setzen uns jetzt direkt ins Taxi und fahren dorthin, dann kannst du die kurz kennenlernen und deinen Ballast bisschen abstreifen.‘ Der Tag ist in meinem Kopf geblieben, es war ein schöner Tag.“

Nächstes Jahr möchte Hekim für das Team eine Reise nach Schweden ermöglichen, damit Işo hoffentlich noch seinen leiblichen Vater kennenlernen kann, der an Krebs erkrankt ist. „Ich gehe da auch nicht mit viel Hoffnung rein, ich will einfach nur für mich abschließen. Meine Familie ist meine Pflegefamilie, denn die hat mich aufgezogen.“

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