Eine besondere Familie – Ina und Simone sind Pflegemütter

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Wir haben im Hospiz gelernt, dass wir den Fokus nicht auf ‚Er muss sterben‘ legen, sondern auf ‚wir sind dankbar für jeden Tag, den er da ist‘.

Ina und Simone lernen sich 2013 kennen, 2015 folgt die Hochzeit. Da hat Ina bereits zwei Söhne und wünscht sich ein drittes Kind: „Ich habe gefühlt, dass ich noch nicht komplett bin.“ Obwohl Simone zunächst ein wenig überfordert ist, wachsen alle schnell zusammen und wollen den Kinderwunsch umsetzen. Das Paar erlebt eine Fehlgeburt, denkt über Adoption nach und wählt letztendlich einen anderen Weg zum Wunschkind: Sie werden Pflegemütter.

Sohn Damian macht seine Mütter glücklich

2020 ist es so weit: Nach einem Anruf vom Jugendamt treffen sie Damian. „Wenn du dieses Kind in den Arm nimmst und es anguckst, dann weißt du es. Es war nie infrage gestanden, dass ich das nicht mache“, erzählt Simone. Zuerst wissen sie nur, dass er Epilepsie hat, später folgende weitere schwerwiegende Diagnosen und lange Krankenhausaufenthalte. Niemand weiß, wie lange Damian leben wird. Für das Paar steht fest: Damian ist und bleibt Teil ihrer Familie, egal, was sie tun müssen und wie lange er leben wird.

Viele Menschen in ihrem Umfeld können ihre Entscheidung, ein mehrfach schwerstbehindertes Kind aufzunehmen, nicht nachvollziehen. Unterstützung bekommen Ina und Simone von ihren Familien und Freunden. Doch die wichtigste Unterstützung gibt sich das Paar selbst, hält immer zusammen:

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde: Wir haben das alles so easy weggesteckt. Es war eine emotionale Achterbahnfahrt.

Inzwischen haben die beiden viel medizinisches Wissen und einen 24-Stunden-Pflegedienst gefunden, der ihnen hilft. Nach vielen anstrengenden Jahren haben sie heute einen stabilen Alltag – und ein weiteres Pflegekind, das dauerhaft bei ihnen lebt: Lea. Sie macht die Familie komplett.

Ina erzählt: „Als wir geheiratet haben, haben wir gesagt, dass wir alles zusammen schaffen können. Zehn Jahre später wissen wir: Wir können wirklich alles zusammen schaffen, alle Höhen und Tiefen.“

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