Eine Paketannahmestelle bringt Christian zurück ins Dorfleben
Als meine Frau krank geworden ist, kam ich praktisch kaum noch in den Ort.
Christian pflegt seine Frau und ist dadurch eine Zeit lang sozial isoliert: „Ich kam praktisch kaum noch in den Ort. Ich habe gar nichts mehr mitbekommen.“ Als die Poststelle in Wiesenbach schließt, fasst der 83-Jährige einen Entschluss. Er bewirbt sich als Nachfolger und eröffnet einige Zeit später seine eigene Paketannahmestelle direkt an seinem Haus.
Ein kleiner Laden mit griechischen Spezialitäten und Produkten aus der Region
Um Pakete annehmen zu dürfen, braucht er zusätzlich ein kleines Geschäft. Dort verkauft er unter anderem griechische Spezialitäten und Wurstwaren aus dem Kraichgau: „Ich esse das selbst gern. Und was ich sehr mag, denke ich, essen auch andere.“ Für ihn steht dabei nicht der Verdienst im Vordergrund. Nach eigener Aussage erhält er pro Paket zwischen 40 und 50 Cent.
Wichtiger als Geld: Begegnungen mit Menschen
Für Christian zählen vor allem die Gespräche und Begegnungen mit Menschen aus dem Ort. Durch den Laden ist wieder mehr Leben in seinen Alltag gekommen: Er hat wieder soziale Kontakte und kommt mit Menschen ins Gespräch. Viele freuen sich, bei ihm vorbeizuschauen, so auch Nachbar Ernst: „Dann trinken wir zusammen immer mal einen Ouzo.“
Senior verbindet Pflege seiner Frau und eigenes Geschäft
Sechs Tage die Woche öffnet der 83-Jährige seine Paketannahmestelle und kann sich trotzdem weiter um seine Frau kümmern. Sein Haus liegt direkt daneben. „Wenn die Kunden klingeln, gehe ich raus und empfange sie.“
Bei schönem Wetter sitzt er im Garten und wartet auf Kundschaft.
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