Durch Enricos Einsatz haben Kinder in Freiburger Heimen an Weihnachten Geschenke

Dank Enrico (24) haben auch Kinder, die in Heimen leben, an Weihnachten Geschenke. Er hatte selber eine schwierige Jugend und versucht der Mensch zu sein, den er als Kind gebraucht hätte. 

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Von Autor/in Julia Reithmeier

Engagement zu Weihnachten: Hilfe für Kinder, die wenig haben 

Während viele im Weihnachtsstress sind und noch schnell Geschenke für die Lieben besorgen, kümmert sich Enrico um Geschenke für Kinder, die er gar nicht kennt. Zusammen mit seinem Freund Luis organisiert er dieses Jahr zum vierten Mal eine Weihnachtsaktion in Freiburg, bei der sie Sach- und Geldspenden sammeln, um an Weihnachten Kinder in Heimen zu beschenken. „Ich sehe mich in der Verantwortung als junger Mensch. Mittlerweile bin ich in einem gesunden Lebensmittelpunkt und habe mir Dinge erarbeitet und kann etwas zurückgeben.“ 

Hilfsbereitschaft lernt Enrico schon als Kind 

Dass es wichtig ist, sich für andere Menschen zu interessieren und denen helfen zu wollen, die weniger haben als andere, lernt Enrico früh von seiner Mutter: „Ich war sechs oder sieben, wir waren einkaufen und vor der Tür saß eine obdachlose Person. Und meine Mutter hat sie dann mit zu uns nach Hause genommen, bekocht, und am Abend wieder nach draußen entlassen. Das ist mir schon hängen geblieben, bis heute denke ich viel darüber nach.“ 

Das hat sie mir so vorgelebt. Einfach, dass man Menschen, die nicht so viel haben, auch etwas geben muss – weil sie selber auch nicht immer viel hatte, aber trotzdem nie vergessen hat, dass man etwas zurückgeben muss. Enrico, 24, darüber, was er von seiner Mutter gelernt hat 

Das war, bevor Enricos Mutter ein Suchtproblem entwickelt: „Ich habe gemerkt, dass sich etwas verändert, mit dem Tod meiner Uroma. Man muss verstehen: Meine Mutter ist in Rumänien bei meiner Uroma aufgewachsen, und ihr Tod hat ihr einfach ihren Grundbaustein genommen.“ 

„Ich wusste: Es gibt ein Leben, auch nach dem Tod meiner Mutter.“ 

Als Enrico 20 ist, stirbt seine Mutter an einer Leberzirrhose. Im selben Jahr lernt er Luis kennen, der auch mit einer suchtkranken Mutter aufwächst. Damals sucht Luis nur ein paar Geschenke für Familien, die Unterstützung brauchen, und postet einen Aufruf in seinem WhatsApp-Status. Über einen gemeinsamen Freund wird Enrico darauf aufmerksam: „Ich habe gesagt: ‚Cool, das könnte man eventuell ein bisschen vergrößern. Ich kenne in Freiburg den einen oder anderen Menschen, und wir könnten da etwas draus bauen.‘“

Engagement, das ausgezeichnet wird 

Für ihren Einsatz haben sie dieses Jahr sogar den Freiburger Ehrenamtspreis gewonnen. Denn sie engagieren sich nicht nur dafür, dass Kinder, die im Heim leben, an Weihnachten beschenkt werden, sondern helfen auch bei Kampfsport-Aktionen für Kinder mit suchtkranken Elternteilen und Futterspenden für Tierheime. „Ich würde schon sagen, dass ich versuche, der Mensch zu sein, den ich damals sehr gebraucht hätte.“

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Julia Reithmeier