Donaueschinger Musiktage | Werke des Jahres 2025

Nika Schmitt: Abweichungsversuche

Klanginstallation. Erstpräsentation bei den Donaueschinger Musiktagen 2025.

Werkkommentar

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Stand

"Abweichungsversuche" beschreibt einen gezielten, aber ergebnisoffenen Versuch – eine Geste zwischen Kontrolle und Ungewissheit. Der lange Korridor der Orangerie wird mit einer elektromechanischen Kettenreaktion bespielt. Bewegung und Klang durchlaufen den Raum in einem rhythmischen und zugleich chaotischen Ablauf. Impulse wandern, Verbindungen entstehen, Klänge flirren durch den Raum, rhythmisch, fragmentarisch, in ständiger Bewegung.

Parallel dazu zeigt sich eine Form der Wiederholung: Verbindungselemente aus Metall, die wiederholt digital erfasst und neu gegossen wurden, verändern mit jeder Reproduktion allmählich ihre Form. Diese stille Metamorphose zieht sich durch den gesamten Raum – wie ein materielles Echo der vorherigen Abläufe. Die Installation verknüpft das Starre mit dem Prozesshaften sowie das Dokumentierte mit dem Gegenwärtigen. Wiederholung wird hier zur sichtbaren Spur einer fortlaufenden Entwicklung. Was präzise beginnt, entwickelt sich zu einem instabilen Rhythmus, einer Komposition aus Struktur und Abweichung, Gegenwart und Erinnerung.

English

"Abweichungsversuche (Deviation Tests)" describes a deliberate but inconclusive experiment – a gesture between control and uncertainty. The long corridor of the Orangerie is filled with an electromechanical chain reaction. Movement and sound run through the space in a rhythmic and at the same time chaotic sequence. Impulses wander, connections are created, sounds shimmer through the space, rhythmically, fragmentarily, in constant motion.

At the same time, a form of repetition emerges: connecting elements made of metal, which have been digitally captured and recast repeatedly, gradually change their form with each reproduction. This silent metamorphosis runs through the entire room – like a material echo of the previous processes. The installation links the rigid with the processual and the documented with the present. Repetition becomes the visible trace of an ongoing development. What begins precisely develops into an unstable rhythm, a composition of structure and deviation, presence and memory.