MixTalk am 22. Juli 2026 | 20:30 Uhr

Live-Service-Games

Die Zukunft des Gamings oder einfach nur Geldmacherei?

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GTA Online, League of Legends oder World of Warcraft haben eines gemeinsam: Sie sind nie wirklich fertig. Statt einmal veröffentlicht und dann abgeschlossen zu sein, entwickeln sich diese Spiele über Jahre weiter. Neue Seasons, Events oder Spielmodi sorgen dafür, dass Spielerinnen und Spieler immer wieder zurückkehren. Genau das macht ein Live-Service-Game aus.

Für viele funktioniert dieses Konzept sehr gut. Wer hunderte Stunden in ein Spiel investiert, baut nicht nur einen Charakter auf, sondern findet oft auch eine Community. Discord-Server oder Twitch-Streams sorgen dafür, dass das Spiel irgendwann mehr ist als nur ein Zeitvertreib. Es wird zum festen Treffpunkt mit Freundinnen und Freunden oder für manche sogar zu einer Art digitalen Zuhause.

Re-Live Stream: Live-Service-Games

Content & FOMO

Natürlich haben Live-Service-Games auch ihre Schattenseiten. Viele Spielerinnen und Spieler kritisieren, dass immer mehr Titel auf Battle Pässe, tägliche Aufgaben oder zeitlich begrenzte Belohnungen setzen. Wer eine Season verpasst, verliert oft exklusive Inhalte. Das sorgt bei manchen für FOMO und kann Gaming vom Hobby in einen regelmäßigen Pflichttermin verwandeln

Dazu kommt die Monetarisierung. Gerade bei Free-to-Play-Spielen gehören Skins oder Battle Pässe inzwischen fast schon zum Standard. Problematisch wird es für viele allerdings dann, wenn auch Vollpreisspiele zusätzlich auf solche Systeme setzen. Die Sorge: Statt ein rundes Spielerlebnis zu entwickeln, werden Inhalte immer stärker darauf ausgelegt, Spieler möglichst lange im Spiel zu halten und regelmäßig Geld auszugeben.

Große Chancen, großes Risiko

Trotzdem setzen immer mehr Studios auf dieses Modell und aus deren Sicht kann das sogar nachvollziehbar sein. Läuft ein Live-Service-Game erfolgreich, kann es über viele Jahre Einnahmen generieren und sich ständig weiterentwickeln. Beispiele wie Fortnite oder Destiny 2 zeigen, wie lange ein Spiel relevant bleiben kann.

Gleichzeitig ist das Risiko enorm. Scheitert ein Live-Service-Projekt, kann das für Entwickler existenzbedrohend werden. Besonders deutlich wurde das bei Concord. Das Spiel verschwand nur wenige Wochen nach dem Release wieder vom Markt, das verantwortliche Studio wurde kurz darauf geschlossen.

Wem gehören Spiele eigentlich?

Ein weiteres Thema beschäftigt die Gaming-Community aktuell auch besonders: Was passiert eigentlich, wenn ein Live-Service-Game eingestellt wird? Anders als klassische Spiele funktionieren viele Titel nur mit aktiven Servern. Werden diese abgeschaltet, verschwindet oft das komplette Spiel – selbst wenn es gekauft wurde.

Genau dagegen richtet sich die Initiative „Stop Killing Games“, die inzwischen europaweit für Aufmerksamkeit sorgt. Sie fordert, dass Spiele auch nach dem offiziellen Support in irgendeiner Form erhalten bleiben und nicht einfach verschwinden.

Sind Videospiele ein Produkt, das uns nach dem Kauf dauerhaft gehören sollte, oder lediglich ein Service, der irgendwann endet? Werden es Entwicklerstudios schaffen, Spielerinnen und Spieler langfristig zu begeistern, ohne dass sich Gaming mehr nach Verpflichtung, als nach Freizeit anfühlt?

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
SWR